Mittwoch, 10. November 2010

BOSE Acoustimass Probleme mit Subwoofer/Endstufeneinheit - Reparatur...oder wie teuer Billig sein kann

Vor nicht allzu langer Zeit sprach mich ein Freund an,
daß sein Bose Acoustimass Woofer seit einer kleinen "Vollgasorgie" nur noch mit viel Gekrächze Töne von sich gab.
Da der Woofer sich schnell und mit wenig Aufwand zerlegen ließ,wurde das Aktivboard ausgebaut und in Augenschein genommen.

Fast schon schockierend war die für diese Geräte-/und Preisklasse entsetzlich schlechte Verarbeitung und billige Bestückung.
Ich weiss ehrlich bis heute nicht,
wie man als Hersteller mit solchem Anspruch,eine solch oberflächliche und halbherzige Qualität auf den Markt wirft.
Aber egal...
War ja nicht meiner ;-)


Also das Ding auf den Werkstatttisch und los gehts.
Selbst ohne den Einsatz von Messtechnik ließ sich schnell erkennen,
daß ein Kondensator geplatzt war und ein Widerstand durch vorherige Rauchzeichen sein Dienstende angezeigt hat.


Erst einmal mussten die Überreste der defekten Widerstände,Kondensatoren sowie Klebstoff(?!) entfernt werden.


Diese sind so verbrannt gewesen, daß keinerlei Werte mehr ablesbar waren.
Auch hatte der geplatzte Kondensator ein Loch(!!!) in die Platine geschlagen,
was auch gut ersichtlich war(ca.6mm Durchmesser).
Nachdem die C´s und R´s getauscht waren,
habe ich mich drangemacht die im Netzteilbereich befindlichen und teils total unterdimensionierten Kondensatoren gegen hochwertigere Kondensatoren mit höherer Spannungsfestigkeit zu tauschen.
(die verwendeten Kondensatoren hatten teils gerade einmal 5Volt Differenz zur anliegenden Spannung, was durch Alterung der C´s schnell zum Tode selbiger führt)

Leider ist die Spannungsversorgung so unterdimensioniert,daß zwischen Spannungsquelle und Endstufentransistor Spannungs-
abfälle von teils 6Volt(!!) auftreten,was dem versprochenen HighEnd-Klang(davon ist man bei dem Aufbau leider eh weit entfernt) sicher nicht zu Gute kommt,wenn man bedenkt,daß mit Spannungen von weit unter 30Volt arbeitet!!
Um dieses Problem etwas abzuschwächen,
wurden die Leiterbahnen durch das gezielte Auftragen von Lot an den problematischen Punkten verstärkt und diverse Kabelbrücken gegen höherwertigere/stärkere gewechselt,was eine Besserung brachte und den Spannungsabfall(halbe Last) auf gerade einmal 0,6V verringerte.
Damit sollte man leben können.


Da der Sicherungshalter sehr stark oxidiert war und nur aus superbilligen On-Print-Halteklammern bestand,wurde dieser auch gleich gegen einen höherwertigen(selbst dieser war noch einfach,aber dem ursprünglichen materiell weit überlegen) neuen getauscht.



Auch wenn das "gute" Stück wieder funktioniert,
muss man sich schon ernsthaft über die sehr dürftige Materialqualität wundern.
Bose sollte sich ernsthaft fragen,
wie man dem Endverbraucher diese sehr schlechte 
Verarbeitungsqualität,bei einem doch sehr hohen 
Neupreis rechtfertigen will!
Letztlich ist es so,daß die Klangeigenschaften auch schon vor 15Jahren nicht Hifi-oder gar Highendniveau waren.

Der Aufbau des Verstärkerteils ist jedenfalls allerhöchstens in der 200€ Klasse anzusiedeln(incl.Lautsprecher!) und 
entspricht weder von den verwendeten Komponenten,
Bauteilen oder Klangeigenschaften einem solch teurem Gerät.

Dann sollte wohl doch mal darüber nachgedacht werden,in der unteren Einsteigerklasse für Hifitechnik gängige Aufbaustandards einzuhalten.
Diese sind schon beim ersten Blick nicht gegeben.

Allein schon die maßlose Verwendung von Operationsverstärkern NE4558 ist in angeblicher "Hifi" oder gar "Highend"-Technik ein vollkommener Fehlgriff.
Dort hätte man wenigstens auf einen NE5532 oder einen LM4562 zurück greifen können.
Auch ist die Verdrahtung,die teils schlechte Kondensatorenqualität(Bemessung) oder zum Beispiel
die wirklich extrem schlechten Steckverbinder alles andere als akzeptabel.

Liebe Bose-Ingeneure,Bitte nicht solcher Schrott bei
diesem Preis!  
Trotz allem Negativem ein Dankeschön an Bose Deutschland für das unkomplizierte Zusenden der Schaltungsunterlagen. 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein wirklich gut dokumentierter Beitrag.
Hat mir bei der Hilfe nach dem identischem Fehler an meiner Accoustimass sehr geholfen.
Auf diesem Weg ein großes Danke!

P.S. die nächste Anlage wird sicher nicht mehr von dem Hersteller sein.
Wir hatten 7000DM 2001 bezahlt und dann solch ein Murkszeuchs.*Huddel*

Anonym hat gesagt…

Genau den gleiches Fehler habe ich an meiner Bose gehabt.Ihre Verbesserung der Spannungsversorgung hat sogar einen merkbaren Klangunterschied (Höhen kommen mehr zur Geltung)mit sich gebracht.
Danke für diese gut dokumentierte Anleitung.

Mfg.Roman Herrich/Vilsheim

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…

Leider kann ich mich dem nur anschliessen.Bin wegen meiner defekten Bose auf den Blog gestoßen.Meine Acoustimass habe ich 2005 gekauft.Seither sieben sehr teure Werkstattaufenthalte und dazu immer wieder Stress mit der zickigen Fernbedienung.
NIE WIEDER hole ich mir etwas von der Firma.
Billig Zusammengetackerter total überteuerter Elektronikschrott zu einem wahnsinnig überzogenen Preis.
LEIDER.
Auch wenn viele sich noch vom nahezu perfecten Marketing von denen täuschen lassen.
Selbst in meinem Auto habe ich diesem Hersteller die Gegenwart verweigert.
Zur Auswahl stand die Technik eines skandinavischen Herstellers und von den Amis.
Die Entscheidung fiel sehr leicht!

Gruß Gerhard

Anonym hat gesagt…

Meine Frau hatte mir in guter Absicht im Jahr2000 eine identische Acoustimass zu unserem Hochzeitstag geschenkt,weil ich immer mit dem doch ansehnlichen Design liebäugelte.
Leider musste ich den Aktivwoofer mit der kompletten Endstufeneinheit schon nach einem halben Jahr Betrieb zur Reparatur schicken.
In fünf Jahren wurden daraus leider
7(SIEBEN) Werkstattaufenthalte.
Aus diesem Grund werde ich mir nie wieder eine solche Anlage kaufen oder schenken lassen.
Ich habe diese dann nach der letzten Reparatur in Zahlung gegeben und mit für das gleiche Geld eine Anlage mit Denonkomponenten zusammengestellt.
Der Klang war der Bose weit überlegen.
Aber was will man auch erwarten,
wenn man das Innenleben der Bose sieht.
Da kann wirklich kein hochwertiger Hifiklang zustande kommen.

Archangelos hat gesagt…

Hi allesamt,

das Problem ist halt das Bose folgendes ist :

Reines Marketing

Es wird LOW-END zu HIGH-END Preisen gekauft vom Kunden !

Warum ?

Weil man oft auch nicht Vergleicht und dem Marketing auf dem Leim geht !

Es gibt mehrere gute Deutsche Hifi Schmieden wie die Firma ELAC aus Kiel Schleswig Holstein und Canton aus Weilrod in Hessen die Hervorragende Produkte herstellen zu vernünftigen Preisen auch in den sogenannten Kompakt Satelliten Lautschprecher - Subwoofer Systemen !

Die bauen Qualität und nicht Marketing !

Auch andere Hersteller wie die Firma Dynaudio / Bower & Wilkens / Infinity / JBL / HECO / Magnat und zich andere Hersteller die wirklich noch Forschen und Entwickeln !

Bose ist gelinde gesagt ein reines MARKETING UNTERNEHMEN was dem Naiven Kunden die Taschen leer macht und nicht ansatzweise das bietet was gezahlt wird vom Kunden !

Weder in Sachen Klang und Qualität ! In beiden Bereichen würde ich es wenn es die Bewertung nach Schulnoten geben würde eine absolute 6- geben für diesen Hersteller !

Gruß Michael

Anonym hat gesagt…

War kurz davor mir so etwas zuzulegen. Wie schön, dass ich zufällig auf diesen Beitrag gestoßen bin...

Anonym hat gesagt…

Kein Wunder,warum Bose kein Bilder von der eingebauten Technik online hat.
Ist ja erschreckend billig.

Marc

Anonym hat gesagt…

Nur gut,daß sich die "Qualitäten" des Bosezeuchs in Europa und auch in Übersee bei den Endverbrauchern rumspricht.
Warscheinlich müssen die deshalb jetzt schon im TV für den Ramsch werben.
Peinlich...

Anonym hat gesagt…

Erstaunlich ist,wie dumm so mancher Endverbraucher ist.Da wird solch zusammengepfuschter E-Schrott zu Preisen verkauft,von denen man denken könnte,daß es sowas wie Qualität dafür gibt.
Da kann man nur staunen,daß die sogenannte "Fachpresse" noch nie ins Innenleben der Geräte schaut und sich einmal seriöse Messwerte anschaut.
Von "unabhängiger Presse" kann wohl kaum die Rede sein :(

Anonym hat gesagt…

Es müsste möglich sein dieses unternehmen , auch im nachhinein ,
durch eine Sammelklage , zu unterbieten den Kunden vorzugaukeln, das es sich hier um
gute Qualität handelt, ich habe sage und Schreibe 3 Kaputte-Aktiv
Acoustimass 3- Made in Ireland- mit
Brummen , und Krächzen, und habe auch versucht selber zu reparieren,
das ist leider nicht möglich- kann dem nur zustimmen , übel verarbeiten-auch der Lifestyle Center- Beleuchtung defekt, Plastik ramsch , für mehrere tausend Euro- ich fühle mich Arglistig getäuscht , ich wundere mich das die Medien dieses Thema noch nicht aufgegriffen hat ,
PS: noch einmal vielen Dank für den von Bastelbunker -sehr gut dokumentierten Beitrag , U. T -

Anonym hat gesagt…

Hi, bin auf den Blog gestossen, da in unserer Bose-Livestyle-v20-Funk-FB ein Konsensator geplatzt ist. Die Anlage läuft ansonsten bisher Problemlos.
Jedoch war ich schon direkt nach dem kauf von den billigen Anschlußklemmen enttäuscht.
Der Standbyverbrauch von über 20 Watt ist auch Steinzeittechnik!!!

Anonym hat gesagt…

BOSE Acoustimass 5 Series III

Hallo,
aus einer Entrümpelungsaktion und Nachbarschafts Gefälligkeiten habe ich zwei Anlagen "erhalten".
Viel Ahnung habe ich nicht. Ein verkohltes Bauteil würde ich erkennen und wo 220V drin sind bin ich vorsichtig.
Zwei Dinge stören an den Systemen:

System1: Sub schaltet sich ab
Der Sub schaltet nach + - 10 Minuten einfach ab. Nach "AEG" läuft das Ding wieder für 2 Minuten bis es dann endgültig stumm bleibt.
Neuerdings brennt dabei die interne 1,6A Sicherung durch - das ist neu. Der 7,5 KOhm R437 neben der Sicherung wurde anscheinend schon immer sehr warm und hat in den Jahren zuvor die Platine gebraten. Der Widerstand ist aktuell notdürftig verlötet
In einer zweiten Anlage wurde das Teil auch schon mal umgelötet.
Mit den zwei LS von der anderen Anlage war ebenso nach 10 Min Schluss - an den Würfeln sollte es wohl nicht liegen.

System 2: Strom bei Standby
Ohne Betrieb zieht der funktionierende Sub ca. 15 Watt und wird dadurch warm.
Aktuell ist der Sub direkt an einen Notebook ohne Steuergerät angeschlossen.
Hätte das Steuergerät bei "off" eine Funktion zur Abschaltung?

Ist da noch was zu retten?
Viel investieren mag ich bei dem Restwert nicht.
Nächster Schritt wäre dann die Teile (2 x Steuergerät, 2 x FB, 1 x Sub, 2 x LS, 1 x Steuerkabel) in die eBucht zu werfen.

Darf man hier solche Fragen stellen?
Danke
Frauke

Anonym hat gesagt…
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